Freelancerkompass

Recht & Organisation

Rechnungen schreiben

Rechnungen sind kein Nebenprodukt, sondern Teil deines Geschäftsmodells. Wenn du sie sauber aufsetzt, sparst du dir Rückfragen, Zahlungsverzug und spätere Korrekturen.

Reihenfolge

So baust du eine Rechnung richtig auf.

  1. 1Kundendaten vollständig erfassen
  2. 2Leistung und Leistungszeitraum sauber beschreiben
  3. 3Rechnungsnummer fortlaufend vergeben
  4. 4Steuerlogik korrekt wählen
  5. 5Zahlungsziel und Bankdaten ergänzen
  6. 6PDF oder E-Rechnung ausgeben und sauber ablegen

Pflichtangaben

Deutschland und Österreich sauber getrennt.

Deutschland

Grundlage sind vor allem § 14 UStG und für Kleinbeträge § 33 UStDV.

  • vollständiger Name und Anschrift von dir
  • vollständiger Name und Anschrift des Rechnungsempfängers
  • Ausstellungsdatum
  • fortlaufende Rechnungsnummer
  • Steuernummer oder USt-IdNr.
  • Menge und Art der Leistung oder handelsübliche Bezeichnung
  • Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung
  • Nettoentgelt
  • Steuersatz und Steuerbetrag oder Hinweis auf Steuerbefreiung
  • bei Kleinunternehmerregelung ein klarer Hinweis, dass keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird

Österreich

Grundlage ist vor allem § 11 UStG; bei Kleinbeträgen gelten vereinfachte Regeln, aber die Vorlage ist auf den vollständigen Standard ausgelegt.

  • Name und Anschrift von dir
  • Name und Anschrift des Kunden
  • Ausstellungsdatum
  • fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der Leistung
  • Leistungsdatum oder Leistungszeitraum
  • Entgelt netto
  • Steuersatz und Steuerbetrag oder Befreiungshinweis
  • deine UID, wenn sie erforderlich ist
  • UID des Kunden in Fällen, in denen sie gesetzlich nötig ist
  • bei Kleinunternehmerregelung ein klarer Hinweis auf die Befreiung

Software

Welche Tools für Rechnungen sinnvoll sind.

Lexware Office

Sehr gut für Gründer in Deutschland, die Rechnungen, Mahnungen und E-Rechnungen in einem Tool bündeln wollen.

  • starker Deutschland-Fokus
  • E-Rechnungen
  • Angebote und Mahnungen
  • gute Eignung für Solo-Selbstständige

Für Österreich nicht die erste Wahl.

Zur Software

sevdesk

Gut für Deutschland und Österreich, wenn du Rechnungen, Belege und laufende Buchhaltung zusammenhalten willst.

  • DE- und AT-Angebot
  • E-Rechnung
  • Belegmanagement
  • saubere Cloud-Lösung

Vor dem Abschluss immer prüfen, ob dein konkreter Länderfall und deine Steuerlogik wirklich abgedeckt sind.

Zur Software

FastBill

Gut für Selbstständige in Deutschland, die viel Wert auf Rechnungen, Mahnungen und schlanke Abläufe legen.

  • stark bei Rechnung, Mahnung und Belegablage
  • klarer Freelancer-Fokus
  • gute Automatisierungen

Für Österreich weniger naheliegend als spezialisierte Alternativen.

Zur Software

Accountable

Besonders interessant für Solo-Selbstständige, die eine einfache App-Logik und Steuerbegleitung mögen.

  • starker Freelancer-Fokus
  • E-Rechnung
  • mobile Nutzung
  • verständliche Oberfläche

Vor Abschluss prüfen, ob dein Leistungs- und Länderfall vollständig passt.

Zur Software

Fehler vermeiden

Diese Punkte machen Rechnungen unnötig unerquicklich.

  • Leistungsdatum weglassen
  • Rechnungsnummern doppelt oder chaotisch vergeben
  • nur ein vages Sammelwort wie „Dienstleistung“ schreiben
  • falschen Steuerhinweis bei Kleinunternehmerregelung verwenden
  • Rechnung ohne vollständige Kundenadresse verschicken
  • Rechnungen versenden, aber nirgends systematisch ablegen