Freelancerkompass

Verträge & Absicherung

AGB & Projektbedingungen: Was Freelancer wirklich regeln sollten

AGB sind kein Pflichtdekor. Für viele Freelancer sind klare Projektbedingungen wichtiger als ein langes juristisches Dokument. Hier geht es um Umfang, Korrekturen, Zahlung, Rechte, Abnahme und Zusammenarbeit.

AGB lösen kein unklares Angebot

Wenn dein Angebot schwammig ist, retten dich auch gute AGB nicht. Kundenkonflikte entstehen meistens früher: Was war enthalten? Wie viele Korrekturen waren geplant? Wann gilt etwas als geliefert? Was passiert, wenn Material vom Kunden fehlt?

Für den Start ist deshalb ein klares Angebotsdokument oft wertvoller als ein langer AGB-Block. AGB oder Projektbedingungen sollten das Angebot ergänzen, nicht ersetzen.

Die wichtigsten Regelungsbereiche

  • Leistungsumfang: Was wird konkret geliefert und was ausdrücklich nicht?
  • Mitwirkung: Welche Informationen, Zugänge, Freigaben oder Materialien muss der Kunde liefern?
  • Korrekturen: Wie viele Runden sind enthalten und wann beginnt Zusatzaufwand?
  • Termine: Was passiert, wenn der Kunde verspätet liefert oder Freigaben verzögert?
  • Zahlung: Anzahlung, Meilensteine, Fälligkeit und Zahlungsverzug.
  • Nutzungsrechte: Wann und in welchem Umfang gehen Rechte über?
  • Abnahme: Wie wird ein Ergebnis geprüft und wann gilt es als angenommen?

Praxisstruktur für Projektbedingungen

  1. Abschnitt 1: Gegenstand und Leistungsbeschreibung.
  2. Abschnitt 2: Zusammenarbeit, Kommunikation und Mitwirkungspflichten.
  3. Abschnitt 3: Zeitplan, Feedbackfenster und Korrekturrunden.
  4. Abschnitt 4: Vergütung, Zahlungsplan, Auslagen und Zusatzaufwand.
  5. Abschnitt 5: Nutzungsrechte, Referenznennung und Drittmaterial.
  6. Abschnitt 6: Storno, Pausen, Zahlungsverzug und Projektabbruch.
  7. Abschnitt 7: Haftung, Vertraulichkeit, Schlussbestimmungen.

Beispiel für klare Korrekturlogik

Im Angebot enthalten sind zwei Korrekturrunden auf Basis des vereinbarten Briefings. Änderungswünsche, die den ursprünglich vereinbarten Umfang erweitern, werden vor Umsetzung separat angeboten. Feedback ist innerhalb von fünf Werktagen nach Lieferung gebündelt zu übermitteln.

Diese Art von Formulierung ist nicht aggressiv. Sie schützt beide Seiten: Der Kunde weiß, wie Feedback läuft, und du verhinderst endlose kleine Nachschleifen ohne neue Vereinbarung.